Neuausrichtung des Bundesverbands Tanz in Schulen+

Der Vorstand des „Bundesverband Tanz in Schulen+“  und die Mitgliederversammlung vom 22. Juni 2018 haben eine proaktive Ausweitung der Tätigkeitsfelder des Bundesverbands und eine damit einhergehende Namensänderung beschlossen. Ausgehend von gesellschaftlichen Entwicklungen, in denen Themen wie Diversität und Partizipation bzw. Teilhabe immer wichtiger werden, wird vorgeschlagen, den Tätigkeitsbereich nicht auf Tanz für Kinder und Jugendliche zu beschränken, sondern im Kontext partizipativer zeitgenössischer Tanzangebote auf alle gesellschaftlichen Gruppen auszuweiten. Tanz in Schulen, mit Kindern und Jugendlichen als auch der Bereich Kulturelle Bildung (für Kinder und Jugendliche) bleiben Kernbeschäftigungen des Verbandes und bilden eine Hauptsäule seines Selbstverständnisses. Gleichzeitig ist unverkennbar, dass das Feld des partizipativen Tanzes bzw. des community dance in Deutschland zunimmt und viele unserer Mitglieder in diesem Bereich auch jenseits der Zielgruppe „Kinder und Jugendliche“ aktiv sind und über exzellente Expertisen verfügen. Diese Aktivitäten werden bislang noch nicht durch einen bundesweit agierenden Verband angemessen vertreten und auch durch uns noch nicht im ausreichenden Maße repräsentiert. Eine in Satzung und Leitbild formulierte Erweiterung würde eine thematische Öffnung als auch eine Erweiterung des Mitgliederspektrums nach sich ziehen und Personen und Institutionen einbeziehen wollen und können, die über Expertise in der Arbeit mit Zielgruppen jenseits von Kindern und Jugendlichen verfügen.

Der Wunsch nach einer Ausweitung des Tätigkeitsfeldes wurde sowohl  von Mitgliedern an den Verband herangetragen als auch vom Vorstand als ein logischer und konsequenter Schritt formuliert.   Es entspricht dem Willen des Verbands, eine gesellschaftspolitische Verantwortung in Zeiten sozialen Wandels zu übernehmen. Wir verstehen ko-kreative Prozesse als ein Forschungsfeld für gemeinsames Leben: ein Labor, in dem  Menschen unterschiedlicher Hintergründe jenseits von Sprache gemeinsam Themen erforschen. Wir leisten damit sowohl einen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt, als selbstverständlich auch zur Entwicklung der Tanzkunst. Tanz als Kunstform weiter zu stärken und in der Gesellschaft zu verankern, bleibt eine zentrale Aufgabe. Der Bundesverband unterstützt Akteure, die sich für Tanzkunst einsetzen und mit Tanzvermittlung einen Beitrag zur Persönlichkeitsentfaltung jedes Menschen und zur Entwicklung der Gesellschaft leisten wollen. Die Prozesse verändern sowohl Künstler*innen als auch Teilnehmer*innen, bringen neue Themen und Sichtweisen in die Kunstform, vermindern Barrieren zur Teilhabe und unterstützen dadurch die Tanzkunst in ihrem Bestreben, relevant und innovativ zu bleiben.

Das Programm ChanceTanz hat bereits die Tätigkeitsfelder des Verbands erweitert, so dass der Name “Tanz in Schulen” schon lange nicht mehr passend ist. Als einen ersten Erweiterungsschritt haben wir in 2016 dem Namen ein “+” hinzugefügt. Jetzt möchten wir die Erweiterung deutlicher in unserem Leitbild formulieren und mit einer Namensänderung explizit und proaktiv nach außen vertreten. Diese Änderung wird begleitet von einem Fokus auf Inhalte bzw. Themenfelder, die wir als Verband im Kontext der Tanzvermittlung bearbeiten möchten und von deren Relevanz wir überzeugt sind. Als Themenschwerpunkte für 2018 und 2019 hat sich der Vorstand für „Diversität“ und „Tanz und ländlicher Raum“ ausgesprochen.